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Wording-Switch: von der „Abwrack-Prämie“ zur „Umwelt-Prämie“ Februar 7, 2009

Posted by etiennerheindahlen in Bundestag, Fernsehen, Gesellschaft, journalism, Journalismus, Marketing, Media, Medien, News, Politik, PR, TV, Umwelt, Wirtschaftskrise.
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Mich bewegt seit gestern die Frage, von wem, wann und vor allem wo die Anweisung herauskam, die als „Abwrack-Prämie“ eingeführte Subvention der Automobil-Branche in „Umwelt-Prämie“ umzuwandeln. Wenn ich die Dinge nicht völlig falsch verstanden habe, sollte doch der Exportrückgang der deutschen Auto-Hersteller mittels der 2.500 €-Prämie kompensiert werden. An die Umwelt hat doch bei dieser – mit reichlich heisser Nadel genähten – Ad Hoc-Aktion der Regierung niemand gedacht. Woher stammt also dieses Wording und wieso adaptieren unsere Medien – und zwar offenbar ausnahmslos – diese „Sprachregelung“ ?

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Bauerfeind auf 3sat: die Moderatorin mit dem Fensterklick… Februar 7, 2009

Posted by etiennerheindahlen in 3sat, Fernsehen, Fernsehkritik, Innovations, Internet, journalism, Journalismus, Kult, Kultur, Media, Medien, TV, TV-Sendungen.
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Frl. Bauerfeind ist telegen – das steht ausser Frage. Sie wirkt jung, trendy und allein die Tatsache, dass sie ihren „media fame“ einem (seinerzeit) innovativen Web-TV-Window verdankt, prädestiniert sie zu einem möglichen Anchor für die längst zum Internet abgewanderte Gener@ion21.

Kultur – egal ob „Hochkultur“ (whatever that may be) oder Pop – ist aber ein glattes Parkett. Und auch im Kultur-Journalismus reicht es nicht, „irgendwie“ zur Szene der Kultouristen zu gehören.

Gut dran ist, wer in nach journalistischen Handwerksregeln (z.B. Recherche, Interviewtechnik, Empathie) geschustertem Schuhwerk sich festen Stand auf der glatten Kultur-Bühne verschafft. Vor allem, wenn er bzw. sie mit dem Anspruch, ebenso souverän wie faszinierend zu informieren und zu unterhalten, eine cross-mediale Freestyle-Performance auf’s Parkett legt. So ist „Bauerfeind“ (das Format) zwar optisch und strukturell ein durchaus faszinierendes Experiment.

Wenn das Format aber nicht nach drei oder vier Ausgaben in „der Zielgruppe“ (wie immer definiert) nach Quote und Relevanz durchfallen soll, dann wäre „der Bauerfeind“ (der TV Personality) eine ebenso experimentierfreudige wie (kultur-)journalistisch kompetente Redaktionsleitung zu wünschen. Denn letztlich mag nur der Mix aus Credibility, Authentizität u n d Kompetenz die Akzeptanz sowohl bei Nerds, Kids & Culture Freaks ermöglichen.

Liebe 3sat- und sonstige Programmdirektoren – lasst „Bauerfeind“ (Format und Kopf) doch bitte lernen, reifen – und dann mit innovativen CrossFlips ganz vorne auf der Bühne landen.

Action für n-tv Juni 6, 2007

Posted by etiennerheindahlen in Demonstrationen, Fernsehen, G 8, Heiligendamm, Hinter Bollhagen, journalism, Journalismus, Media, Medien, n-tv, Politk, TV.
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Der vorherige Eintrag war kaum geschrieben, da erzittert die bedeutungsschwangere Stimme des n-tv-Moderators Weber: „Meine Damen und Herren – wir unterbrechen unser laufendes Programm….Carsten Lueb vor Ort in Hinter Bollhagen“…

Dann steht Kollege Lueb ohne Kamera-Headlight im Dunkeln inmitten einer Gruppe von vielleicht 200 Demonstranten bei Hinter Bollhagen, während einer Wasserwerfer nicht sonderlich inspiriert nach der dritten Räumungsaufforderung den Demonstranten eine frühabendliche Dusche verabreicht. Für Weber aber zu wenig Action: er fragt mit sichtlich erregter Stimme den Korrespondenten vor Ort: „Sie sind ja jetzt mittendrin…aber, aber wie schnell kann so etwas kippen…schliesslich kann ja jeder Demonstrant einen Pflasterstein aufheben und auf die Polizisten werfen…“

Klar doch, Weber. Bist ein williger Promoter etwaiger geiler Action-Bilder, über deren positive Quoten-Aufwirkung sich gewisse Programm-Chefs breitgrinsend „die Fünf“ geben würden.

Aber immerhin kann Herr Lueb jetzt einige Worte über die Motivation zum zivilen Ungehorsam der Demonstrations-Teilnehmer loswerden – bis ihn der Anchor wieder mit bangen (besorgten???) Fragen über die Möglichkeit eines raschen Kippens der noch routinierten Räumungs-Ritual-Situation unterbricht.

Jetzt besprechen Lueb und Weber wieder den Einsatz von „ätzenden Flüssigkeiten“ seitens der Demonstrations-Teilnehmer in den letzten Tagen. Lueb: „Das ist mir heute auch offiziell bestätigt worden.“    

„Nachrichten-Sender“ n-tv und Informationsvielfalt Juni 6, 2007

Posted by etiennerheindahlen in Demonstrationen, Fernsehen, G 8, Heiligendamm, Hinter Bollhagen, journalism, Journalismus, Media, Medien, n-tv, Politk.
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Ein offenbar inhaltlich wie linguistisch reichlich überforderter „Anchor“ bei n-tv rudert mit hilflosen Gesten an seinem Moderationstisch, ringt um Worte – nur mühsam stottern sich Ortsnamen, Begriffe und Politikernamen aus dem Moderatorenmund.  Oberflächliche Eindrücke von der aktuellen Berichterstattung bei dem zur RTL-Group (Bertelsmann) gehörenden „Nachrichten-Sender“.

Was aber meiner Meinung nach wesentlich erschreckender ist: mit Ausnahme der (absolut profilierten Politik-Journalisten Pit Kleim und Gerhard Hofmann) werden n-tv-Korrespondenten quasi als „Kriegsberichterstatter“ geschaltet. Sichtlich ängstlich berichtet Madleine Zeller davon, daß sie von „Demonstranten mit Wasser überschüttet“ worden sei, um sie „von der Berichterstattung über die Demonstrationen“ abzuhalten. Carsten Lueb steht allein auf der grünen Wiese bei einem Checkpoint vor Hinter Bollhagen und ist sichtlich entnervt, daß er nur über Streß mit Akkreditierungen und Security-Pässen bei Polizeikontrollen berichten kann. Mit hörbar erregter und zitternder Stimme kommentiert n-tv-Anchor Weber Bilder vom nachmittäglichen Wasserwerfer-Einsatz gegen FeldWaldwiesen durchwandernde Demonstranten, fügt mit dramatischem Tremolo hinzu: „Noch keine Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten“. Ein, zwei O-Töne von protestierenden Bürgern zum Verhalten der Polizei gegenüber den G 8-Kritikern.

Nicht ein Wort über die INHALTE des Protests gegen G 8 – und das obwohl fraglos ein nicht geringer Teil der ihre Meinung artikulierenden Demonstranten (für so manchen Dumpfbürger nach den Diskreditierungsversuchen der letzten Tage inzwischen wohl als „Demonstranten=Terroristen=Demonstristen“ empfunden)  eine inhaltlich klar strukturierte und fundierte MEINUNG zu den Kernthemen von G 8 in die Kamera sprechen könnte. Im TV-Journalisten-Sprech heissen solche O-Töne mit dem „Bürger auf der Strasse“ sinnigerweise „Vox-Pops“ (von „vox populi“ = Stimme des Volks).

So konstatiere ich, daß (zumindest bei n-tv) die „Stimme des Volks“ nur als emotionsheischende „Augenzeugen“-Berichte über die offenbar von gewissen CvDs oder Redaktionsleitern erhoffte „Krawall“-Stimmung um Heiligendamm bewertet und benutzt wird. Daß aber eine der wesentlichen Aufgaben der Presse und des Rundfunks (und per definitionem umso deutlicher eines „Nachrichten-Senders“) darin besteht, neben den Statements der Regiernden und politisch Handelnden unbedingt auch die Stimme und Meinung der Bevölkerung unkommentiert zu veröffentlichen…scheint bei n-tv vollkommen ignoriert zu werden.

Ach ja – ich vergaß: natürlich berücksichtigt n-tv des Zuschauers / Bürgers Meinung. In der täglichen n-tv-Umfrage. Für 0,50 € pro Anruf kann jeder seine Stimme Pro oder Contra abgeben.

Massives Unbehagen Juni 4, 2007

Posted by etiennerheindahlen in Fernsehen, G 8, Gesellschaft, Heiligendamm, journalism, Journalismus, Media, Medien, Politk, Rostock, TV.
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Seit gestern mittag verfolge ich im Zusammenhang mit den Anti-G-8-Veranstaltungen intensiv die Berichterstattung und Kommentare sowohl der etablierten (Mainstream-) Medien als auch der „unabhängigen“ (alternativen) Netzwerke und der Blogosphäre. http://www.ogee.de/blog/2007/06/01/g8-20/

http://blog.smok.de/index.php/2007/06/

http://che2001.blogger.de/20070604/

Ich habe mir Bildergalerien und Videos (http://youtube.com/watch?v=0XdFjfnkCD4 ; http://youtube.com/watch?v=QOIp0QO12ac ; http://youtube.com/watch?v=Xa0WJ41lU6g&mode=related&search=) von den Vorgängen während Demo und Auseinandersetzungen am Rostocker Hafen angesehen. Fazit: Ein massives Unbehagen hinsichtlich sowohl der (einseitigen) Diktion der Mainstream-Medien als auch Unverständnis der offensichtlichen Verweigerung der KollegInnen, Hintergründe, Abläufe und Zusammenhänge zumindest zu hinterfragen – oder schlicht ihrer grundsätzlichen Aufgabe (und grundlegendem Auftrag) entsprechend zu recherchieren.

Ja, ich kenne den seit Jahren sich verbreitenden Unwillen von Reportern/Reporterinnen sich persönlich und so nah wie möglich am Zentrum des Geschehens ein möglichst objektives Bild von demselben zu verschaffen. Lieber bleibt man in der dritten, vierten oder letzten Reihe und befragt „Augenzeugen“. Am liebsten nimmt man ausschliesslich PKs wahr und hält den mehr oder weniger professionell agierenden Pressesprechern das Mikro oder den Recorder unter die Nase. Nachfragen finden kaum mehr statt (wie soll man die zweifellos von keiner Seite objektiven Statements auch mit kritischen Nachfragen konterkarieren oder relativieren, wenn man selbst nicht weiss, ob das Behauptete dem Geschehenen entspricht, da man selbst das Geschehene nicht aus eigener Wahrnehmung kennt?). Die Pressesprecher – egal für welche Organisation oder Institution sie sprechen –  können unwidersprochen oder unwiderlegt einfach behaupten und propagieren.

Ja, ich kenne die Steuerung der vor Ort „eingesetzten“ Berichterstatter über die Organisationsstränge „Chefredaktion-Chef vom Dienst-Ressortleiter“ in den Zentralredaktionen. Jeder CvD oder CvD-Assi behauptet, besser über Lage und Geschehen vor Ort informiert zu sein („weil wir haben ja die Agenturen und die Bilder von AP, AFP, Reuters“) als der Reporter vor Ort. Sofern die Berichterstatter sich – wie zuvor erwähnt – tatsächlich nicht am Geschehen befinden, mag das zumindest in bestimmtem Rahmen (vor allem bei komplexen und weiträumigen, dynamischen Lagen)  zutreffen. Trotzdem gilt unwiderlegbar das Prinzip, daß Berichterstattung „vor Ort gemacht“ wird – und nicht in den Redaktionen. Es sei denn, Medienbesitzer und ihre presserechtlich Verantwortlichen wissen schon vor Beginn der Veranstaltungen, wie die Berichterstattung aussehen wird und wie die Aufmacher-Zeilen zu bebildern, zu illustrieren sind.

Ja, ich kenne die zum Teil ausgesprochen mangelhafte persönliche Qualifikation (mehr Interesse am Status „Ich-bin-beim-Fernsehen“, an Karriere und Image als am tatsächlichen und an klaren Aufgabenstellungen orientierten Beruf bzw. Handwerk) von vor allem jüngeren KollegInnen. Mir ist sehr bewußt, dass am schnellen persönlichen „Erfolg“ interessierte ReporterInnen wesentlich leichter im Sinne einer bestimmten publizistischen Linien steuer- und lenkbar sind. Wenig fragen oder hinterfragen und statt dessen „auftragsgemäße“ Bilder, O-Töne und Berichte liefern.

Ich stelle mir Fragen.

Wie kann es sein, dass sowohl ZDF als auch SpOn bereits gegen 16:00 Uhr von „schweren Ausschreitungen in Rostock“ berichteten, obwohl die Zusammenstösse zwischen Polizei und „schwarzem Block“ erst gegen 17:00 Uhr begannen?

Wieso wurde ein Großteil des „schwarzen Blocks“ nicht aufgrund Verstosses gegen das Vermummungsverbot (StGB) beim Eintreffen in Rostock festgenommen bzw. erhielten einen Platzverweis?

Wie kann es sein, daß trotz intensiver Ermittlungstätigkeiten (vermutlich auch seitens der Verfassungsschutz-Behörden im verdeckten Rahmen) der Sicherheits-Behörden im Vorfeld der Anti-G8-Veranstaltungen diese sowohl von Stärke als auch von „Taktik“ der „Polit-Hooligans“ angeblich überrascht wurden?

Wieso werden in der Nachberichterstattung die Vertreter der Sicherheitsbehörden nicht mit dem in Teilen der alternativen Medien (indymedia und andere) kolportierten Verdacht des Einsatzes von „agents provocateurs“ in Reihen des „schwarzen Blocks“ konfrontiert?

Warum wird die Zahl der Verletzten auf Seiten der Polizeikräfte nicht hinterfragt? Auf den von mir wahrgenommenen Foto- und Video-Dokumenten ist nicht in einem einzigen Fall ein offensichtlich verletzter oder von Demonstranten attackierter Polizist zu sehen. Warum wird nicht hinterfragt, was nach den dienstrechtlichen Definitionen der Polizeibehörden die Kategorien „verletzt“, „schwer verletzt“, „schwerst verletzt“ konkret bedeuten? Wie sind Angaben zu verstehen, nach denen ein nicht geringer Teil der Polizisten mit der Diagnose „Reizgas-Vergiftungen“ als „verletzt“ klassifiziert wurden? Bedeutet dies, dass das polizeiliche Gegenüber Reizgas (CS, Pfefferspray o.ä.) einsetzte oder wurden die Beamten Opfer der eigenen polizeilichen Maßnahmen?

Fragen. Sehr viele Fragen. Eigentlich (sic!) sollten Medien derart offensichtliche Fragen zum Bestandteil ihrer Berichterstattung und publizistischen Würdigung erheben. So aber entwickelt sich in mir – als durchaus themen- und fachkundigem Journalist – eben ein massives Unbehagen. 

Bildschirm-Drang Juni 3, 2007

Posted by etiennerheindahlen in ARD, Berlin, Fernsehen, Hauptstadt, journalism, Journalismus, Media, Medien, Politk, TV, TV-Sendungen.
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Zur Professionalität von Fernseh-Journalisten, die „on Air“ – sprich: auf dem Bildschirm – zu sehen und ebenso zu hören sind, gehört zweifellos die Beherrschung der Artikulation unserer Landessprache. So manchem Tele-Kopf wurde eben diese Befähigung offenbar nicht in den Mund gelegt – aber immerhin hätte eine korrekte hochdeutsche Aussprache zwischen Kindergarten und Sprech-Ausbildung erlernt werden können.

Und ohne jede Einschänkung kann man eine solche Basisqualifikation erwarten, wenn sich der Leiter eines Hauptstadt-Studios einer Arbeitsgemeinschaft von (öffentlich-rechtlichen)  Rundfunkanstalten offenbar berufen fühlt, jeden Sonntag der erstaunt zusehenden und gebannt lauschenden Nation den „Bericht aus Berlin“ zu erstatten.

Aber dieser „Spitzen-Fernsehmann“ (dem zur – erneuten – Übernahme der Hauptstadt-Agenden sogar recht befremdlich anmutende Teaser gewidmet wurden) artikuliert das nicht sonderlich fremdsprachige Wort „Afrika“ so, dass es seiner Aussprache nach mit zwei „f“ und einem „ck“ – also „Affricka“ oder „affrickanisch“ zu schreiben wäre.

Auch das ganz normale Aufsagen (oder vom Teleprompter ermöglichte Ablesen) vollkommen simpler Anmoderationssätze vermag der profilierte TV-Kopf nicht ohne sinnverschleiernde Betonungen oder teils besorgniserregende Atempausen zu praktizieren.

Stellt sich die Frage: w e r  zwingt diesen armen Kollegen zu dieser Sonntag für Sonntag zu besichtigenden Fron? Denn etwaige Originalität journalistischer Ansätze oder gar bohrende und insistierende Interview-Nachfragen à la Plasberg können als Rechtfertigung für die Bildschirm-Präsenz dieses Herrn nicht angenommen werden. Also kann es nur einen Grund geben: es ist das Amt.

Aber sollte nicht jedes Amt immer nur von dem Geeignetsten, dem für seine Wahrnehmung unbestritten Kompetentesten wahrgenommen werden?

Die Berichterstattung über Politik sollte in den Fernsehsendern unseres Landes nicht von Amts- oder Funktionsträgern wahrgenommen werden – sondern von journalistisch herausragenden Köpfen. Dazu sind Ressort und Thema einfach zu wichtig, als daß Profilorientierte statt Berufene diese Grundfunktion einer modernen Demokratie wahrnehmen.

  

TV-Unart #1: Teaser & Werbung hochgepegelt Juni 1, 2007

Posted by etiennerheindahlen in IPTV, journalism, Journalismus, Media, Medien, TV.
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In allen professionell broadcastenden Fernsehsendern werden technische Sendestandards eingehalten. Unter anderem wird die Lautstärke der vorliegenden MAZen (egal ob analog, digital oder vom Server)  auf 0 dB ausgepegelt. Grund: der Zuschauer soll auf allen Kanälen das gleiche Lautstärke-Level vorfinden.

Seit fast einem Jahr fällt mir auf, daß Teaser (die Eigenwerbung für später folgende Sendungen), Werbeblöcke sowie sendungsbegleitende Werbung („…die Sportschau im Ersten wird präsentiert von Hugendubel Pilsener…!!!) um eta 5 – 10 dB über dem Standard-Level gesendet werden. Das wirkt aufdringlich, belästigend – weil nervtötend. 

Die Absicht ist offensichtlich: durch das Aufbrechen der „normalen“ Akustikumgebung soll das beworbene Produkt / Format dem Zuschauer auffallen. In vielen Haushalten und Alltagssituationen läuft TV als „Hintergrund-Medium“ (so wie „früher“ das Radio). Während das Programm relativ unbemerkt vorbeirauscht ist die Aufmerksamkeit ist auf andere Aktivitäten konzentriert. Das ändert sich in dem Moment, in dem scheppernd und plärrend eine Signation oder eine Off-Stimme was auch immer anpreist: die Aufmerksamkeit wird durch die lautere Akustik auf den Screen gelenkt. Zumindest so lange, bis man sich ausgeärgert hat und per remote control die Ursprungs-Lautstärke wieder hergestellt hat. Dafür erklingt dann logischerweise die nachfolgende Sendung um ca. 10 – 20 dB leiser (da man die störende Bewerbung eher leiser als das übliche und mehr oder minder erwünschte Programm stellt). Nerv-Faktor: langsam anschwellend, aber nachhaltig.

Meine Frage an Programm- und Ablaufverantwortliche: seid Ihr Euerer „Botschaften“ so unsicher, daß ihr zu der extralauten Werbe-Pauke greifen müsst? Intelligente Werbung und neugierig machende Programm-Teaser können auf derlei Laut-Schlägerei verzichten. Zumal die Werbung in deutschsprachigen Programmen gemeinhin nicht in dem Ruf steht, vom Publikum freudig und mit Interesse angenommen und begrüsst zu werden. Die IPTV-Plattformen freuen sich, wenn Ihr noch intensiver als bisher aus Zuschauern Platform-User macht. Die IPTV-Pioniere gehen mit dem Thema Werbung undSelf-Marketing wesentlich sorgfältiger und intelligenter um.