jump to navigation

Dank Krisenknick wieder back-in-track… Februar 5, 2009

Posted by etiennerheindahlen in Bahn, Gesellschaft, Internet, Journalismus, Medien, News, Politik.
Tags: , , , , , , ,
trackback

Das Krisen-Jahr (?) hat begonnen und prompt gehen im PR-Bereich meine Aufträge zurück. So bleibt also (mehr als ausreichend) Zeit, um sich polymedial (parallel div. Nachrichten-Sender, aktuelle Webportale (z.B. SpON, sueddeutsche.de, ftd.de, faz.net, derstandard et al sowie Jonet und Blogs) durch Aufmacher und Hintergründe des ressortübergreifenden Nachrichtengeschehens zu klicken oder zappen.

Ein nicht geringer Teil dieses „Geschehens“ – oder dessen, was vom „tatsächlichen Geschehen“ publik wird – lässt mich nur noch staunen. Umso mehr gerate ich ins Staunen, wenn ich die Wellenkämme der beinahe zeitgleich heranrollenden Schlagzeilen „mit Anhang“ sehe und mich frage, warum nur ein relativ kleiner „Alpha-Zirkel“ der Gattung Mainstream-Medien in der Lage und / oder willens ist, hinter den Schlagzeilen weiter und tiefer zu recherchieren. Und damit die Stories nicht nur „pflichtschuldigst“ (also: mit Blick auf die ebenso quoten-/traffic-heischenden Mitbewerber) anhandelt – sondern recherchiert, weiterentwickelt, aufklärt und die wahren Hintergründe ermittelnd veröffentlicht. Im Sinne von: publizieren als grundlegendste Aufgabe jeglicher Form von Medium.

Beispiele, die mir in der Journalisten-Seele brennen:

Stichwort „Datenabgleich bei der Bahn“: Welche Erkenntnisse über etwaige Korruptionsfälle lassen sich durch den Vergleich von Name, Adresse, Telefonnummer und Bankverbindung (der Mitarbeiter) mit Name, Adresse, Telefonnummer und Bankverbindung von „Bahn“-Auftragnehmern erzielen ? Dass Lokführer Max Müller (Name fiktiv) aus Musterstadt sein privates Girokonto bei der Sparkasse Musterstadt hat – und das Gebäudereinigungsunternehmen „Alles Sauber“ (Name fiktiv) aus Musterstadt ebenfalls Kunde der Sparkasse Musterstadt ist? Das allein stellt selbst unter misstrauischster Betrachtung einen Anfangsverdacht bezüglich einer möglichen Korruptionstat dar.

Ein reiner Abgleich der Basis-Daten bringt sicher keine Erkenntnisse – es sei denn, die Bahn verfügte über a) Verbindungsdaten der privaten Telefonanschlüsse ihrer Mitarbeiter und/oder b) über Daten des Kontoverkehrs von sowohl Mitarbeitern als auch Auftragnehmern.  Gegebenenfalls wären noch Protokolle des (privaten) eMail-Verkehrs der Bahn-Mitarbeiter (könnte eigentlich die Bahn als Staatsunternehmen (alle Gesellschafteranteile gehören der Bundesrepublik Deutschland) quasi im Rahmen einer Art „Amtshilfe“ von anderen Dienststellen den „Bundestrojaner“ (so dieser schon existiert) ausleihen und nutzen?) hilfreich im Sinne einer internen Aufklärung bzw. Abklärung.

Wie soll ein Datenabgleich in der von der Bahn AG angegebenen Form etwaige Korruptionsfälle offenbaren bzw. deren Ermittlung ermöglichen?

Warum also stellt  kein Kollege / keine Kollegin diese eigentlich simple Frage dem Verkehrsminister, dem Bahn-Vorstand, der Bahn-Pressestelle oder auch den Gewerkschaftsvertretern ???

Aber gut (oder eher: nicht gut) – es geht ja primär um gewinnoptimiertes Betreiben eines Geschäfts und weniger um das gewinnoptimierte Realisieren einer gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Verantwortung.

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: