Schmerzfrei: ARD-”Tagesschau” jubelt über Sieg von Doping-Sünder Juni 17, 2007
Posted by etiennerheindahlen in ARD, Doping, Fernsehen, Fernsehkritik, Gesellschaft, Journalismus, Media, Medien, NDR, Politik, Prominente, Radsport, TV, TV-Sendungen, Tagesschau, Zabel.trackback
Merken die ARD-Sportjournalisten noch was…??? Grad eben in der Tagesschau jubelt ein offenbar euphorisierter Sport-Redakteur und mit kaum zu unterdrückendem Helden-Pathos in der Vertonerstimme über den Sieg von Erik Zabel (jahaaa…genau DEM Zabel) bei der “Tour de Suisse”.
 Doping – war gestern.
Hervorragend inszenierte PR-Pressekonferenz mit Krokodilstränen und soapdarstellerverdächtigem “Schluck…!”-Schweigen – vergessen.
Distanz zu den “sportlichen” Leistungen der – bis zur verjährungsfristbewussten Geständniswelle – herausragenden Athleten – ach, Spielverderber…die Rad-Helden sind ja schon auch tolle Burschen.
Haben die keine Chefredakteurs-/CvD-Schalten mehr…? Sitzen da keine Journalisten – sondern Verwalter, Manager, Statthalter und willfährige Infotainment-”Macher” drin? Hauptsache es flimmert auf dem Schirm und wir können uns als Claqueure kollektiven Jubels profilieren…?
Es ist empörend, wie die “Karawane” weiterzieht. Was schert uns das Doping von gestern – Zabel hat ja sein “Ehrenwort” gegegeben. Komisch nur, dass Kollege Basso da ein wenig konsequenter war – und prompt gesperrt wurde. Und was tut sich aktuell  seitens des für Sport zuständigen Sicherheits-Minister Schäuble? Im Radsport würde seine eingeschränkte Variante der “Unschuldsvermutung” wohl eine höhere Trefferquote erzielen.
Aber – Halt ! Es geht ja um “deutsche Helden”. Und die braucht das Publikum, die braucht das gegebenenfalls immer unruhiger murrende Volk. Also – jovial über “Kavaliersdelikte” hinweg zwinkern und schön Lorbeer-Kränze und “gelbe Trikots” feiern und preisen. Wobei zum Begriff “gelbes Trikot” mir seit geraumer Zeit eher “Urinproben” auf dem Assoziations-Radar erscheinen.
Ach ja: womit werden eigentlich ARD-Sportredakteure und CvDs gedopt, um so schmerzresistent und bar jeglicher Distanz zu unsportlichem und statt dessen millionenschwerem PR- und Werbe-Business den “Dope-und-Spritzen”-Zirkus promoten zu können?
 Â

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